Bayerns Antisemitismusbeauftragter Spaenle zum Lernzirkel „Jüdischer Glauben – Jüdisches Leben“ – Günzburger Schulprojekt wurde heute mit Staatspreis für Unterricht und Kultus ausgezeichnet
München. Das Projekt Lernzirkel „Jüdischer Glauben – Jüdisches Leben“ des Dossenberger Gymnasiums Günzburg ist heute in München mit dem Staatspreis für Unterricht und Kultus gewürdigt worden. Der Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe, Dr. Ludwig Spaenle, hatte das Projekt dem Bayerischen Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo zur Verleihung dieses Preises vorgeschlagen. Und dieser hat das Dossenberger Gymnasium mit dem Staatspreis ausgezeichnet.
Dr. Spaenle sieht den Lernzirkel Judentum in Ichenhausen als ein herausragendes Beispiel, bei dem Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Jahrgangsstufen ein bedeutendes jüdisches Gebäudeensemble in Ichenhausen als außerschulischen Lernort nutzen und hier Geschichte jüdischen Lebens an junge Menschen vermitteln. Es ist beispielhaft, wie die jungen Leute ihr Wissen zu verschiedenen Themenschwerpunkten aus dem jüdischen Leben in der Projektwoche an mehreren Stationen in der ehemaligen Synagoge und auf dem jüdischen Friedhof Grundschülerinnen und -schüler weitergeben. 25.000 Grundschülerinnen und Grundschüler habe die Günzburger Gymnasiasten bisher erreicht – das ist sensationell.“
Der Lernzirkel findet alljährlich seit der Jahrtausendwende während der Woche der Brüderlichkeit im März statt und ist zum festen Bestandteil des schulischen Lebens im Landkreis Günzburg geworden. 2016 wurde das Projekt bereits mit dem zweiten Platz des Simon-Snopkowski-Preises ausgezeichnet. In diesem Jahr wurde der Lernzirkel bereits zum 24. Mal durchgeführt, inzwischen haben mehr als 25.000 Grundschülerinnen und -schüler daran teilgenommen.
Der Landkreis Günzburg mit Landrat Dr. Hans Reichhart unterstützt den Lernzirkel finanziell. Es besteht außerdem eine Zusammenarbeit auf lokaler Ebene mit der Stiftung „Ehemalige Synagoge Ichenhausen“ und der Stadtverwaltung Ichenhausen.
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