Feierstunde – anlässlich des 74. Jahrestags von Kriegsende und Befreiung

Zur feierlichen Erinnerung an das Kriegsende und die Befreiung initiierte die Geschäftsstelle des Beauftragten eine Veranstaltung mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, der Stiftung Bayerische Gedenkstätten und dem Bayerischen Landtag am 8. Mai 2019 im Senatssaal des Maximilianeums für 300 Gäste aus Politik und Gesellschaft.

Nach mehr als zwölf Jahren Entrechtung, Verfolgung und massenhaftem Sterben haben die Alliierten 1945 den Deutschen die Chance auf einen Neuanfang erkämpft. Diesen zu gestalten, war ohne die Hilfe von außergewöhnlichen Menschen nicht möglich. Einer von ihnen ist Prof. Dr. Guy Stern, der als Günther Stern 1922 in Hildesheim geboren wurde und 1937 in die USA emigrierte. Als Mitglied der „Ritchie Boys“ – einer Gruppe von aus Europa geflüchteten jungen Männer, vornehmlich Juden, die in der US-Army gegen die Nationalsozialisten kämpften – kam er 1945 nach Deutschland zurück. In Bayern arbeitete er maßgeblich am Neuaufbau der Presse mit, die ein wichtiges Instrument der Demokratisierung und „Re-education“ war.

Das Bild zeigt den Gastredner des Abends Prof. Dr. Guy Stern mit zwei der Veranstalter: Karl Freller 1. Vizepräsident des Bayerischen Landtags, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten und Dr. Ludwig Spaenle, Staatsminister a. D., Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe.

Veranstalter und Festredner im Gespräch
V.l. n.r. Vizepräsident des Bayerischen Landtags  Karl Freller, Prof. Guy Stern und Anti­semitismus­beauftragter Ludwig Spaenle.

Ein namhafter Zeitzeuge erinnert uns

Guy Stern, emeritierter Literaturprofessor in Detroit, sprach in emotional ergreifender und ihm eigenen sehr sprachgewandten Art ohne anzuklagen und zu beklagen über den historischen Antisemitismus im Lichte seiner eigenen dramatischen biographischen Erfahrungen. Mahnend wandte er sich gegen die heutigen neuen Prägungen des Antisemitismus und erinnerte dabei an die Leitbilder eines Landes der „Dichter und Denker“.


Abschließend dankten die Gäste des Abends dem Redner Prof. Guy Stern für seinen ergreifenden und mitnehmenden Vortrag mit stehendem Applaus.

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